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Iveco Daily 4x4, Hunde und multithematisches Blog - Bernhard Albicker

Erweiterung meiner Solaranlage

veröffentlicht am 18.09.2018

Bereits Mitte September 2012 hatte ich in meinem Reisetagebuch vermerkt:

Der heutige Cirrus-Schirm dämpft die Leistung auf 23, etwa 120W aus meinen rechnerischen 198W Solaranlagenleistung. Aber: der Kühlschrank läuft mit >>50% Einschaltzyklus, eben weil’s so heiß ist. Und das braucht natürlich ‘ne Menge Strom. Ich komme um diese Jahreszeit mit der Sonnenscheindauer gerade so hin, Reserve ist da keine mehr.

Damals herrschten in der spanischen Estremadura und dem angrenzenden Portugal Tagestemperaturen von 35 … 37°C.

Und auch in den Folgejahren zeigte es sich immer wieder: Im Frühjahr (Mitte/Ende April bis Mitte Juni) reichte die Ausbeute der Anlage, ab Mitte September wurde es aber zunehmend “eng”, insbesondere, wenn das Wetter nicht stabil war und aufgrund von ausgedehntem Kartenstudium oder erhöhtem Fotoaufkommen die Rechnerbetriebszeiten länger wurden.

Solarpanele

(die im folgenden angegebenen ermittelten Ströme wurden jeweils mit einer “Stromzange” gemessen).

Vergleich der alten Kyocera-Module mit den neuen Modulen der Fa. prevent

Die alte Anlage besteht aus 3 Modulen à 66W, und nun habe ich zwei Module à 100W hinzugefügt. Auffällig ist zunächst der deutlich geringere Platzbedarf bei annähernd gleicher spezifizierter Leistung.

bisher: 198W 1,61qm
neu hinzu: 200W 1,14qm
Gesamtansicht auf dem Dach

Etwas enttäuschend war dann aber die erste Leistungsmessung nach Aufbau und Inbetriebnahme der neuen Anlage:

Panel Usol Isol Psol
Kyocera LA441G66S 18,9V 4,3A 81,3W
prevent PV-100-M-72-S 34,6V 2,3A 79,6W

Die Kyocera-Module bringen trotz eines Alters von 21 Jahren und einer um 1% geringeren Nennleistung +2% elektrische Leistung in den Eingang des jeweiligen Solarreglers gegenüber den neuen prevent-Modulen.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Leerlaufspannungen der Module ist es nötig, die beiden Modulgruppen jeweils an einen eigenen Solar-Laderegler anzuschließen.

Solar-Regler

Der neue Votronic-Regler

Für die neue Anlage verwende ich auch wieder einen MPP-Regler, hier den MPP350 Duo Digital der Firma Votronic:

Votronic MPP 350 Duo Digital

Das Teil ist deutlich kleiner als mein in der bisherigen Anlage verwendeter Regler von IVT. Was ich aber aus der Beschreibung nicht herauslesen konnte: Er hat einen kleinen Lüfter eingebaut (irgendwie muß die Verlustleistung ja raus). Und hier entstand schon das erste Ärgernis: für die Art meines Einbaus war mir wichtig zu wissen, ob dieser Lüfter Luft ansaugt in das Gehäuse (und aus den Lüftungsschlitzen an der anderen Seite - im Bild sichtbar - wieder abgibt) oder aber ausbläst. Der Händler wußte es nicht sicher, vermutete aber, daß der Lüfter ansaugt. Der Votronic-Support hat sich auf schriftliche Anfrage in 2 Wochen nicht zurückgemeldet …
Und es kam, wie es kommen mußte: Beim Probebetrieb schaltete er nach längerer Zeit tatsächlich ein - und: der Lüfter bläst aus. Somit ist der gegenwärtige Einbau erstmal suboptimal gelöst. Das bestätigte dann später auch der Support:

entschuldigen Sie bitte, dass Sie so lange auf eine Antwort warten mussten. Aufgrund von Messen und Erkrankungen ist unsere Service Abteilung unterbesetzt.
Der Lüfter bläst die Luft raus. An den Lüftungsschlitzen wird die Luft angezogen.

Regler und Module zusammen im direkten Vergleich

Hier die gemessenen Werte am Ausgang des jeweiligen Ladereglers (also an den Batterie-Anschlüssen):

Regler Ubatt Ibatt Pout
IVT 14,04V 5,4A 75,8W
Votronic 14,04V 5,0A 70,2W

Das Ergebnis: die alte Kyocera/IVT-Anlage liefert bei 1% weniger Nennleistung eine um +8% höhere Lade-Leistung in die Batterie als die neue prevent/Votronic-Anlage (?!).

Erstes Fazit

Bei den obigen Tests handelt es sich um Momentaufnahmen an einem sonnigen September-Mittag (ca. 12:30Uhr) in der Nähe von Karlsruhe. Endgültige Aussagen lassen sich erst im Langzeit-Betrieb machen. Da der Votronic-Regler aber keine solche komfortablen Aufzeichnungsmöglichkeiten bietet wie der alte IVT-Regler (Rohdaten auf SD-Karte), wird hier wohl ein neues Bastelprojekt entstehen müssen (und dann kann ich wohl hoffentlich auch endlich meinen Windgenerator quantitativ erfassen).
Aber irgendwie scheint es mit den Solarleistungsangaben eine ähnliche Entwicklung genommen zu haben wie mit den Kraftstoffverbrauchswerten von Autos … und aufgrund der Abweichungen hab ich mir auch nochmal die Datenblattangaben angesehen: