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Iveco Daily 4x4, Hunde und multithematisches Blog - Bernhard Albicker

Aufbautür: Qualität und Dichtigkeit - Reisemobil auf Iveco Turbo Daily 4x4 Basis

Ausführung der Aufbautüre (Alurahmen-Tür)

Vorbemerkung: Diese Türe wurde für DM 1800,- angeboten, ausdrücklich/ausschließlich für eine Wandstärke von 50mm.
Die Tür ist aus den links abgebildeten Profilen aufgebaut. Das im Bild linke Profil mit der abgebildeten Gummidichtung ist dabei auf das Türblatt aufgebracht, das rechte Profil ist im Türausschnitt der Kofferwand montiert.
Bereits nach 3 Jahren konnte ein verzogener Rahmen, besonders stark an der Scharnierseite der Türe, beobachtet werden. Im Laufe der Zeit löste sich das Rahmenprofil von der Türblattkante, in den Ecken entstanden deutliche Spalten. Das Türblatt selbst zeigte eine “kissenförmige” Wölbung.


Analyse der Alu-Aufbautüre

  1. Alu-Profile

    Die verwendeten Alu-Profile sind auf 50mm-Wände nur unter massiver Gewalt aufzubringen:
     
    Das linke Bild zeigt, daß das verwendete Profil ein Maß von 50mm zwischen den Innenseiten der Schenkel der U-Profile aufweist. Am Ende der Schenkel befinden sich aber Nasen, dort ist das lichte Maß nur noch um 48mm. Beim Aufbringen dieser Profile auf 50mm-Wandmaterial wird zum einen der durch die Nasen vorgegebene Ausdehungsraum für Dichtmaterial/Kleber außer Funktion gesetzt, zum Anderen wird insbesondere auf der Türblattseite das Profil auseinandergedrückt, was das beschriebene Lösen von demselben und den Rahmenverzug zur Folge hat.

  2. Türblatt-Toleranzen

    Hat das Türblatt auch nur geringste positive Toleranzen bezüglich der Dicke, so verstärkt das die beschriebene Problematik in extremer Weise.

  3. Analyse des Türblatts

    Unfallbedingt mußte die Tür ausgetauscht werden. Nach Lösen des Alu-Türrahmenprofils vom Türblatt zeigte sich ein nicht sehr schönes Bild: Auf der Seite des Schließmechanismus wurde ein Sperrholzstreifen als Verstärkung in das Sandwich eingebracht. Dieser ist total verfault. (Ebenfalls auf dem Bild erkennbar sind die abgerundeten Gfk-Kanten sowie ein Schnitt im PU-Schaum, um die Alu-Profile überhaupt auf die Türkante zu bekommen, Toleranzen, siehe oben).
    Wenn man sich dann aber das entfernte Profil ansieht, dann ist Wassereinbruch und die daraus resultierende Fäulnis auch nicht wirklich verwunderlich. Bei einer Schenkellänge der U-Profile von 15mm waren diese mal gerade 10mm auf das Türblatt aufgedrückt, sodaß die Dichtmasse, wie auf dem Foto zu erkennen, nur an einzelnen wenigen Punkten leichte Berührung mit dem Türblatt selbst hatte. Das kann natürlich nicht dicht sein …


  4. Tür-Rahmen

    Hier zeigt sich ein ähnlich verheerendes Bild:
    Nachdem der Rahmen entfernt war, tropfte das Wasser heraus (unten in der Ecke noch zu sehen). Auf der Scharnierseite ist hier der 5-schichtige Aufbau der Sandwich-Wand (vielleicht noch) zu erkennen: außen Gfk, dann Sperrholz, dann PU-Schaum, wiederum gefolgt von Sperrholz und Innen-Gfk.
    Zu sehen auch hier die praktische Abwesenheit von Dichtmaterial (bis auf ein paar kleine Reste der eingebrachten “Schlangen” vergleichbar dem Photo oben) sowie der Einschnitt in der Schaumschicht, um die Wand soweit zusammenpressen zu können, daß das Profil überhaupt aufzubringen war.
    Das Sperrholz erstreckte sich in der Wand ca. 25cm in Fahrtrichtung und mußte komplett entfernt werden - und da hab ich mich noch gewundert, wieso die Scharniere so locker saßen …

    Hinweis: für die Entfernung des Holzes zwischen den Gfk-Deckschichten eignet sich ein Stechbeitel (Stemmeisen) mit angeschweißtem Rohr als Stiel anstelle des Holzgriffes. In diesem Fall hatte das Werkzeug eine Gesamtlänge von 60cm.


Neuaufbau Türrahmen

Nachdem der “Gammel” entfernt war, wurde in der Seitenwand rundum, d. h. an der linken, oberen und unteren Schnittkante der Isolierschaum jeweils 15mm ausgespart (Oberfräse) und ein neuer Türrahmen aus einem Vollkern (PU-Plattenmaterial), verkleidet mit einem Alu-Profil außen (30x20x2) und einem Gfk-Winkel (30x30x3) und Gfk-Flachprofil (40x3) innen aufgebaut.
Der überstehende (im Bild obere waagerechte) Schenkel des Gfk-Winkels wurde im eingebauten Zustand mittels Bündigfräser gekürzt und dann verschliffen.

An der vierten Seite (der “Scharnierseite”) sieht der Aufbau prinzipiell genauso aus mit dem Unterschied, daß der PU-Kern hier 10cm zwischen die Gfk-Deckflächen eingelassen ist zur Erzielung der nötigen Druckfestigkeit des Wandaufbaus für die Scharnierschrauben.

Durch das flächenhafte Verkleben der Profile ist maximale Dichtwirkung sichergestellt.


Ansicht des fertig eingebauten und abgedichteten Türrahmens.


Neuaufbau Türblatt

muß erstmal stattfinden …


zuletzt geändert am: 16.04.2011