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Wetterprognose im Wohnmobil: Wettermodelle für unterwegs im Vergleich

veröffentlicht am 05.10.2026 mit 710 Worten - Lesezeit: 4 Minute(n) in * REISEN *

Inhaltsverzeichnis

 

Reisen im Wohnmobil - bei einer anhaltenden Schlechtwetter-Phase treten zwei Phänomene auf:

Da hilft es ggf. (und wenn auch nur für die Psyche), wenn man ein Gefühl dafür entwickeln kann, wie es meteorologisch weitergeht. Eine gute und umfangreiche Quelle, bei der man allerhand Wetterprognosen in den unterschiedlichsten Darstellungsformen aus den unterschiedlichsten Wettermodellen der großen Wetterämter oder Institutionen betrachten und auswerten kann, ist seit vielen Jahren die Wetterzentrale: Unter “Wetterzentrale.de - Diagramme” kann man für einen bestimmten Ort den Modelloutput für einen mehr oder weniger langen Zeitraum (je nach Modell) abrufen - unter “Wetterzentrale - Top Karten” sind als Karte für bestimmte Zeitpunkte die jeweiligen meteorologischen Kenngrößen ebenfalls aus den unterschiedlichen Modellen anzusehen.

=Bildbeschreibung=

Aber welches Modell liefert den sinnvollsten Output für meine Anwendung - also: mein Reisegebiet?

Tabellarische Übersicht gängiger meteorologischer Modelle

Die folgende Übersicht nach Urheber sowie spezifische Eigenheiten habe ich mit Hilfe von duck.ai erstellt - vielleicht hilft’s dem einen oder anderen (weiterführende Links jeweils angefügt):

Modell Urheber / Betreiber Spezifische Eigenheiten
GEM / GDPS Environment and Climate Change Canada (ECCC), Canadian Meteorological Centre GEM steht für Global Environmental Multiscale. Das globale, nicht-hydrostatische Modell berücksichtigt auch Ozean und Meereis und ist besonders für arktische, nordamerikanische und maritime Wetterlagen relevant. Das globale GDPS arbeitet ungefähr mit 15 km Gitterweite.
GFS NOAA/NCEP, USA Global Forecast System mit langer Vorhersagereichweite, typischerweise bis etwa 16 Tage. Es verwendet den FV3-Dynamikkern auf einem Würfelgitter und besitzt mit GEFS ein eigenes Ensemble. GFS ist weltweit sehr verbreitet und frei verfügbar. 1), 2)
AIFS ECMWF Artificial Intelligence Forecasting System. Im Gegensatz zu den klassischen Modellen berechnet AIFS die atmosphärische Entwicklung datengetrieben mit KI, unter anderem mithilfe neuronaler Netze. Es ist sehr schnell und energieeffizient, liefert aber zunächst eine datengetriebene Modellprognose statt einer vollständigen physikalischen Simulation. Die ECMWF-Konfiguration liegt ungefähr bei 28 km Auflösung. 3), 4)
ARPEGE Météo-France, gemeinsam mit europäischen Partnern entwickelt Globales spektrales Modell mit variabler Gitterweite: über Frankreich und Europa deutlich höher aufgelöst als auf der gegenüberliegenden Erdseite. Dadurch ist es besonders für Frankreich und Europa geeignet. ARPEGE ist technisch mit dem ECMWF-IFS verwandt, aber ein eigenständiges Modell. 5)
NAVGEM U.S. Navy, insbesondere Fleet Numerical Meteorology and Oceanography Center und Naval Research Laboratory Navy Global Environmental Model für globale militärische und maritime Anwendungen. Es ist auf Seegebiete, weltweite Einsatzplanung und marine Wetterbedingungen ausgerichtet und wird mehrmals täglich gerechnet. Die typische Vorhersagereichweite beträgt ungefähr 10 Tage.
ECMWF / IFS European Centre for Medium-Range Weather Forecasts Integrated Forecasting System mit sehr leistungsfähiger Datenassimilation, insbesondere 4D-Var, umfangreicher Satellitendatennutzung und einem großen Ensemble (ENS). Die hochaufgelöste deterministische Variante liegt ungefähr bei 9 km, das Ensemble bei rund 18 km. Traditionell besonders stark bei der globalen Mittelfristvorhersage.
ICON Ursprünglich gemeinsames Projekt von DWD und Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M); heute mit weiteren Partnern wie DKRZ, KIT, ETH Zürich und MeteoSchweiz ICON bedeutet ICOsahedral Non-hydrostatic. Das Modell verwendet ein nahezu gleichmäßiges icosaederbasiertes Dreiecksgitter, wodurch keine Polsingularität wie bei gewöhnlichen Breiten-Längengrad-Gittern entsteht. Es ist nicht-hydrostatisch, hoch skalierbar und kann global, regional sowie für Klima- und Erdsystemsimulationen eingesetzt werden. Für Wettervorhersagen gibt es mehrere Varianten: ICON Global mit ungefähr 11–13 km, ICON-EU mit etwa 7 km und ICON-D2 mit ungefähr 2 km über Deutschland und angrenzenden Gebieten. 1), 2), 3), 4), 5), 6)

Kurz zusammengefasst:

Für Mitteleuropa sind vor allem ICON, ECMWF/IFS, AIFS und ARPEGE interessant. Dabei ist ICON-D2 für kurzfristige Entwicklungen über Deutschland deutlich höher aufgelöst als globale Modelle, während IFS, AIFS und ARPEGE ihre Stärken eher bei der großräumigen Wetterentwicklung und der Mittelfristvorhersage haben.

Quellen

  1. Max Planck Institute for Meteorology: Modeling
  2. Max Planck Institute for Meteorology: The first version of the ICON Earth System Model
  3. ICON Transition
  4. ICON Partners — ICON Website
  5. Milestone in Climate and Weather Research: Weather and Climate Model ICON published under Open Source License — English
  6. DWD ICON API | Open-Meteo.com

 


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