SATA SSD im ICY BOX IB-183M2 USB-Adapter: Nicht erkannt
veröffentlicht am 10.01.2026 mit 1030 Worten - Lesezeit: 5 Minute(n) in * HARDWARE *
Inhaltsverzeichnis
Vor eineinhalb Jahren hab ich mir einen Laptop ins Haus geholt. Der ist mit einer 250GB-SSD ausgestattet - ja, damit kann man Bürokram erledigen, aber sobald man mit größeren Archiven arbeiten soll, geht damit nicht mehr viel.
Nun wollte ich also eine Migration durchführen, am Einfachsten durch möglichst viel copy and paste vom alten Rechner. Zusammen mit der neuen 1TB-SSD (eine größere mit SATA-Anschluss und M.2 Formfaktor konnte ich nicht finden) habe ich mir dafür ein externes Gehäuse ICY BOX IB-183M2 für 1x M.2 SSD/USB 3.1 (Gen 2) Type-C® gekauft.
In dieses Gehäuse hab ich die neue 1 TB-SSD eingebaut und bin dann daran gescheitert, diese entsprechend zu partitionieren oder Daten zu übertragen …
Vorgehensweise
Hardware-Erkennung
Wird der Adapter erkannt und vom System eingebunden?
# lsusb
Bus 002 Device 015: ID 152d:1576 JMicron Technology Corp. / JMicron USA Technology Corp. External Disk 3.0
Das zeigt zumindest mal an, daß da irgendwas am USB-Port hängt.
Blockgeräte und Partitionen
Die Ausgabe cat /proc/partitions listet alle dem Kernel bekannten Blockgeräte und Partitionen auf, mit ihrer Größe in Blöcken und ihren Geräte‑Namen.
# cat /proc/partitions
major minor #blocks name
259 0 976762584 nvme0n1
259 1 498688 nvme0n1p1
259 2 1952768 nvme0n1p2
259 3 974309376 nvme0n1p3
8 0 1953514584 sda
254 0 974292992 dm-0
254 1 97652736 dm-1
254 2 93749248 dm-2
254 3 782888960 dm-3
11 0 2736 sr0
8 32 1048320 sdc
Die Ausgaben zu nvme und sda passen zu den eingebauten Datenträgern des PCs, an den der Adapter mit der SSD angeschlossen ist. Die dm-‑Geräte stammen vom Device‑Mapper, der z.B. für LVM oder Festplattenverschlüsselung benutzt wird - hier für die interne SSD des PCs (nvme).
Der Eintrag für sdc (major 8, minor 32, 1.048.320 Blöcke) zeigt ein Blockgerät der SCSI/SD-Familie mit ca. 1 GiB Kapazität (1.048.320 × 1 KiB). Das wiederum ist völlig unpassend für die SSD im Gehäuse - immerhin ist die Kapazität um den Faktor 1000 fehlerhaft.
Andererseits zeigt fdisk an:
# fdisk -l
(...)
<b>Disk /dev/sdc: 1023,75 MiB, 1073479680 bytes, 2096640 sectors</b>
Disk model: -10-00801001
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 4096 bytes
I/O size (minimum/optimal): 4096 bytes / 4096 bytes
Da kommt immerhin - neben sonstigem Kauderwelsch - eine passende Gesamtgröße raus …
Partitionierungsinformationen
Der Befehl gdisk zeigt an, ob auf dem Datenträger sich eine Partitionstabelle in irgend einem bekannten Format befindet:
# gdisk /dev/sdc
GPT fdisk (gdisk) version 1.0.9
Partition table scan:
MBR: not present
BSD: not present
APM: not present
GPT: not present
Creating new GPT entries in memory.
Das ist offensichtlich nicht der Fall - und so ist der Datenträger auch nicht nutzbar.
gdisk kennt die folgenden Kommandos:
Command (? for help): ?
b back up GPT data to a file
c change a partition's name
d delete a partition
i show detailed information on a partition
l list known partition types
n add a new partition
o create a new empty GUID partition table (GPT)
p print the partition table
q quit without saving changes
r recovery and transformation options (experts only)
s sort partitions
t change a partition's type code
v verify disk
w write table to disk and exit
x extra functionality (experts only)
? print this menu
und liefert mit der Option p die folgenden spärlichen Infos, aber keine Partitionen:
Command (? for help): p
Disk /dev/sdc: 2096640 sectors, 1023.8 MiB
Model: -10-00801001
Sector size (logical/physical): 512/4096 bytes
Disk identifier (GUID): D0CAB9A0-A26A-4E6B-B799-298113479AA2
Partition table holds up to 128 entries
Main partition table begins at sector 2 and ends at sector 33
First usable sector is 34, last usable sector is 2096606
Partitions will be aligned on 2048-sector boundaries
Total free space is 2096573 sectors (1023.7 MiB)
Number Start (sector) End (sector) Size Code Name
Versuch, eine Partitionstabelle zu erstellen
Ohne Partitionstabelle keine Partitionen - für eine gpt-Tabelle ist die Option o die Passende:
Command (? for help): o
This option deletes all partitions and creates a new protective MBR.
Proceed? (Y/N): y
und dann muß die erzeugte Partitionstabelle mittels w auf den Datenträger geschrieben werden:
Command (? for help): w
Final checks complete. About to write GPT data. THIS WILL OVERWRITE EXISTING
PARTITIONS!!
Do you want to proceed? (Y/N): y
OK; writing new GUID partition table (GPT) to /dev/sdc.
The operation has completed successfully.
Danach die Gegenprüfung:
# gdisk /dev/sdc
GPT fdisk (gdisk) version 1.0.9
Partition table scan:
MBR: not present
BSD: not present
APM: not present
GPT: not present
Creating new GPT entries in memory.
Das hatten wir schon mal - und können wir auch beliebig oft wiederholen. Es läßt sich auf diese Art weder eine Partitionstabelle noch folgerichtig irgendeine Partition erstellen.
Gegencheck: Datenträger im Laptop verbaut
Genug des Verdrusses: Als nächstes hab ich den Datenträger in den fraglichen Laptop selbst verbaut und den Laptop per Live-System gestartet. Und hier zeigt sich: die SSD selbst ist komplett in Ordnung - hier als sda (sdc und sdd sind zwei USB-Sticks, einer mit dem Livesystem, der andere als Datentransporter), zunächst der Überblick aus fdisk:
~# fdisk -l
Disk /dev/sda: 953.87 GiB, 1024209543168 bytes, 2000409264 sectors
Disk model: INTENSO SSD
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: E3C35632-AA1D-4420-8829-0C3FA4FBCA33
Device Start End Sectors Size Type
/dev/sda1 2048 999423 997376 487M EFI System
/dev/sda2 999424 4904959 3905536 1.9G Linux filesystem
/dev/sda3 4904960 2000408575 1995503616 951.5G Linux LVM
(...)
und die genaueren Infos zur Partitionstabelle aus gdisk:
# gdisk /dev/sda
GPT fdisk (gdisk) version 1.0.10
Partition table scan:
MBR: protective
BSD: not present
APM: not present
GPT: present
Found valid GPT with protective MBR; using GPT.
und folgerichtig gibt es auch in der Liste der Blockdevices Partitionen zu bewundern …
# lsblk -o NAME,SIZE,FSTYPE,TYPE,MOUNTPOINT
NAME SIZE FSTYPE TYPE MOUNTPOINT
loop0 3.1G squashfs loop /run/live/rootfs/filesystem.squashfs
sda 953.9G disk
├─sda1 487M vfat part
├─sda2 1.9G ext4 part
└─sda3 951.5G LVM2_member part
sdc 14.5G iso9660 disk
├─sdc1 3.8G iso9660 part /media/user/d-live 13.2.0 ci amd64
└─sdc2 3.2M vfat part
sdd 29.3G disk
└─sdd1 29.3G vfat part /media/user/6057-C85E
Die angezeigten Partitionen sda1 … sda3 stammen von einem - damals aus Zeitgründen abgebrochenen - Anlauf, da ein System zu installieren.
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