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Iveco Daily 4x4, Hunde und multithematisches Blog - Bernhard Albicker

Schlangenbiß beim Hund

Da ich meine Sarah durch den Biß einer Aspisviper verloren habe, möchte ich hier kurz auf das Thema eingehen, um dem einen oder anderen vielleicht entscheidende Tips geben zu können. Meine größte Hoffnung ist jedoch, daß niemand darauf zurückgreifen muß!

Der konkrete Fall

starke Ödeme am linken Vorderbein 1 Tag nach dem Biß

Auf einem Spaziergang auf einem Schotterweg entlang eines Entwässerungsgrabens zwischen dem Weg und bestellten Feldern, später auf der meerseitigen Seite eines Damms, kam Sarah, nachdem wir etwa 30min unterwegs waren, leicht hinkend einige Distanz hinterhergelaufen und legte sich, als ich stehenblieb, auf der Stelle sofort hin und leckte gelegentlich die Pfote. Eine Ursache ließ sich zunächst nicht ermitteln (Bruch, Zerrung, äußere Verletzung, Dorn/Stachel etc.). Sie mußte zum Auto zurückgetragen werden.

Die Diagnose Schlangenbiss ergab sich aus den Symptomen und dem Aufenthaltsort zum Zeitpunkt des Auftretens derselben, beruht auf Einschätzung der Ärzte. Ich selbst kann nicht einmal den Zeitpunkt exakt angeben, es muß innerhalb eines Zeitraums von 30min gewesen sein seit Verlassen des Fahrzeugs. Im Worst Case war bis zum Eintreffen beim Arzt ca. 1 12 h vergangen, er selbst war (So abend!) 20min später ebenfalls anwesend.

Im Bild zu sehen: das stark angeschwollene linke Bein 1 Tag nach dem Biß.

Der weitere Ablauf:

Literatur zum Thema

Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie - Uni Zürich

Die Kernaussagen:

  • Schlangenbisse treten vor allem in den Monaten Mai bis September auf.
  • In unseren Regionen sind drei Vertreter der Familie der Vipern (Viperidae) und eine Trugnatter aus der Familie der Nattern (Colubridae) von Bedeutung: Die einheimische Kreuzotter (Vipera berus) und die Aspisviper (Vipera aspis), sowie die südlich der Alpen vorkommende Sandotter (Vipera ammodytes) und die Trugnatter (Europäische Eidechsennatter - Malpolon monspessulanus). Diese Schlangen produzieren und speichern ihr Gift in modifizierten, mit den Giftzähnen verbundenen Speicheldrüsen. Beim Biss drückt die Kiefermuskulatur die Drüsen aus und das Sekret tritt durch einen Kanal oder Kerbe des Zahnes in die Wunde.
  • Latenz: Wenige Minuten
  • Sofortmassnahmen:
    1. Ruhigstellung der Extremität: Eventuell mit Schiene, da nach unmittelbarer Aktivität schwerere Verläufe zu beobachten sind. Eventuell kühlende Umschläge (kein Eis).
    2. Extremität nicht abbinden: Ein späteres Ödem wird sonst verschlimmert. Ausserdem drohen ernsthafte Allgemeinsymptome durch massive Giftanschwemmung, wenn der venöse Stau geöffnet wird.
    3. Kontraindiziert sind alle Manipulationen an der Bissstelle wie: Aussaugen, Einschneiden oder lokale Chemikalien- oder Medikamenteninfiltration.

zuletzt geändert am: 22.07.2006