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Demokratie, Denunzianten, Mitläufer ...

veröffentlicht am 11.01.2024 mit 411 Worten - Lesezeit: 2 Minute(n) in * GEBRABBEL *

Vor langer Zeit habe ich von einem Experiment gehört, das der kalifornische Lehrer Ron Jones im Jahre 1967 mit seinen Schülern durchführte. Das Experiment wurde später sowohl als Roman als auch als Film für das amerikanische Fernsehen dokumentiert.

Eine gute zusammenfassende Beschreibung findet sich in dem Artikel Schul-Experiment “Die Welle” beim SPIEGEL.
Bei der Recherche für diesen Artikel bin ich dann auf einen japanischen Soziologieprofessor gestoßen, der 10 Jahre lang alljährlich einen Kurs anbot, der ähnlich dem Experiment “Die Welle” verlief - hier in einem Artikel der NZZ beschrieben: Wie schnell wird man zum Mitläufer? Ein japanischer Professor spielt Hitler.

Warum komme ich ausgerechnet jetzt genau auf diese beiden Lehrer und ihre Experimente/Kurse?

Nun, gestern lief im Kontrafunk ein Interview mit der Autorin und Texterin Annette Hahn, sie ist Herausgeberin des Buches „Wir vergessen nicht“. Darin erzählen Menschen, was ihnen während der sogenannten Corona-Pandemie widerfahren ist. Und etliche Passagen in diesem Interview

haben mich sofort an eben die Erfahrungen des kalifornischen Lehrers erinnert - Menschen, die - ob einander bekannt oder nicht - plötzlich alle sozialen Umgangsformen vergessen und psychisch aufeinander einhacken, ausgrenzen, einander denunzieren und all die anderen Formen, die dort in dem Schulexperiment zum Tragen kamen.

(…) es sind diese - in Anführungszeichen - kleinen Geschichten, die sehr viel Aufschluss darüber geben, wie sehr die ganze Medienpropaganda sich in die Köpfe der Menschen eingenistet hat, daß die dermaßen aggressiv wurden.

Welche Bösartigkeiten hierzu auch und gerade von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geäußert wurden (fernab von dem Anspruch Information oder Aufklärung), das kann man hier nachlesen.

In diesem Zusammenhang bin ich einmal mehr froh, nicht auf öffentlichen Nah- oder Fernverkehr angewiesen zu sein und auch ansonsten stufe ich mich eher als “Sozial-Banausen” ein: anstelle von “Kultur” treibe ich mich lieber draußen in der Natur herum und Städte suche ich allenfalls dann auf, wenn ich zwingend etwas dort zu erledigen habe: Behörden oder medizinische Einrichtungen zum Beispiel.

Insoweit kann ich das Geschilderte nicht wirklich aus eigener Anschauung bestätigen (oder dementieren), erschreckend finde ich es aber allemal - zeugt es doch von einem gehörigen Potential von bösartigem Mitläufertum. Und was das bedeutet in Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft - lieber nicht dran denken … 🤔.

Und welche Verwerfungen in der Gesellschaft Mitläufer verursachen können, das hat Prof. Ganteför in seinem Vortrag schön dargestellt:

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind sicherlich rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Jedenfalls ist der Rat des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt nicht allzu falsch:

Bleiben wir also realistisch 🙂.

 


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