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Google Chrome: Datenschutz vs. Tracking - gibt es eine Alternative?

veröffentlicht am 06.10.2019 mit 516 Worten - Lesezeit: 3 Minute(n)

Dass Google die Daten seiner Nutzer lieb und teuer sind, das sollte allgemein bekannt sein. Dass die Deutschen in dieser Hinsicht aber eher ein Verhalten wie Lemminge zeigen, das hatte ich hier schon erwähnt.

Schlimmer geht immer - und so findet sich der Nutzer eines Smartphones ganz schnell mit einem Taschenspion in der schönen neuen Welt der Überwachung wieder. Und was da alles so “über den Teich” geht, das liest sich recht bequem in der Google Datenschutzerklärung. Interessant finde ich wiederkehrende Formulierungen wie “dazu zählen …” - im Klartext bedeutet das nichts anderes wie: “das, was hier aufgelistet wird, aber auch noch mehr …”.

Edward Snowden hat in einem Interview mit dem ZDF vom 15.09.2019 zur Beziehung der großen Internet-Giganten zur staatlichen Überwachung ausgeführt:

ZDF: Eine Sache müssen wir noch kurz besprechen. Sie kämpfen gegen staatliche Überwachung, Sie kämpfen aber auch gegen die der Internetriesen, also Facebook, Amazon, Google. Ist die am Ende noch viel gefährlicher als die staatliche, weil wir eben alle da die ganze Zeit fröhlich mitmachen?

Snowden: In der Realität ist es so, dass das zwei Seiten der gleichen Medaille sind. Man kann nicht sagen: ‘Oh, die Regierungen dieser Welt sind keine Bedrohung’. Mit jedem Jahr werden die Regierungen zu einer größeren Bedrohung. Das gleiche kann man eben auch von den Internetriesen sagen. Die haben praktisch die öffentliche Privatsphäre zu einem Feind erklärt. Sie verdienen Geld damit, dass sie unser Leben als Produkt verkaufen. Deren Ziel ist es, permanent das Leben, unsere Privatsphäre zu dokumentieren. Man muss verstehen, dass diese Internetgiganten sozusagen als Hilfssheriffs der Regierungen arbeiten, besonders wenn sie in Europa sind. Viele dieser Internetgiganten sind ja nicht europäisch, das sind Amerikaner und die fühlen sich nicht in der Pflicht gegenüber den europäischen Rechten oder dem europäischem Gesetz.

Genug der Vorrede, kommen wir jetzt zum Browser Chrome:

Im letzten Monat haben lt. Serverstatistik 36% der Besucher dieser Seiten den Browser Google Chrome genutzt (gegenüber 38%, die den Mozilla Firefox nutzten) - also doch eine nicht zu vernachlässigende Zahl. Und alle diese Nutzer dürfen sich über viele tolle Features des Ausspionierens freuen …

Was ist Google Chrome?

Vor etwas mehr als 10 Jahren veröffentlichte Google die erste stabile Version des eigenen Browsers, eben des Chrome. Zu Beginn punktete der neue Browser (bis dahin waren Firefox und der Internet Explorer die Platzhirsche) vor allem durch seine Geschwindigkeit - diesen Vorteil hatte er vor ein paar Jahren aber wieder eingebüßt, da auch die anderen Browserhersteller technologisch nachgelegt hatten.

Interessant ist aber, daß Google den Kern des Browsers in einem Open-Source-Projekt namens “Chromium” veröffentlicht hat, mehr dazu auf Wikipedia. Dieser Browser wiederum ist vielen Linux-Usern bekannt, dort ist er standardmäßig in den meisten Distributionen enthalten.

Chrome vs. Chromium

Chromium verfügt nicht über einige der Google-spezifischen Funktionen, die ihn zur - aus Datenschutzsicht - besseren Alternative machen. Darunter sind auch einige Datenübertragungen an Google, die in Chromium nicht enthalten sind.

Chromium gibt’s auch für Windows und Mac

Während auf der oben verlinkten Projektseite nur der Quellcode zu finden ist, können die Installer für den etwas Google-ärmeren Browser hier heruntergeladen werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Daten sparen!