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Kurzwelle und internationaler Rundfunk (2)

Was gibt's zu hören?

Nach soviel technisch orientierter Vorrede soll jetzt die Frage beantwortet werden, was denn für ein Programmangebot zur Verfügung steht:
Die Programmanbieter lassen sich grob in 4 Gruppen unterteilen:

1. Deutsche Welle:

Der Auslandsdienst der Bundesrepublik Deuschland mit Sitz in Köln strahlt 24stündig weltweit ein vorwiegend informationsorientiertes deutschsprachiges Programm aus. Empfang in Europa:

Deutsche Welle
Frequenz Sendezeit
3995kHz / DRM 16 - 10 h
6075kHz 00 - 24 h
9545kHz 06 - 22 h

Adresse: Deutsche Welle, D 50888 Köln
Internet: http://www.dw-world.de

Die Deutsche Welle ist eines der Gründungsmitglieder des DRM-Konsortiums zur Digitalisierung der AM-Wellenbereiche. Auf der DW-Homepage gibt es eine eigene Seite zu dieser Thematik.

2. Einzelne ARD-Anstalten

senden ebenfalls eines ihrer Programme über - allerdings relativ schwache - Kurzwellensender.
Hauptmotiv: Versorgung von Reisenden im angrenzenden europäischen Ausland.

Anstalt Programm Frequenz
Deutschland-Radio DLR Berlin 6005kHz
Deutschland-Radio Deutschlandfunk 6190kHz
Südwestrundfunk SWR3 6030kHz 1)
Südwestrundfunk SWR cont.Ra 7265kHz 1)
Bayerischer Rundfunk B5 aktuell 6085kHz / DRM2), 3)

1) Pressemitteilung des SWR vom 21.09.2004
Der SWR beendet seine Programmverbreitung über Kurzwelle am 19.Oktober 2004. Die Programme SWR 3 und Cont.Ra, die bisher über die Frequenzen 6030 kHz bzw. 7265 kHz verbreitet wurden, sind außerhalb des Sendegebietes des SWR weiterhin europaweit über Satellit ASTRA und ADR empfangbar, ab Mitte nächsten Jahres auch im DVB-S Mode über den geplanten Hörfunktransponder der ARD. Außerdem stehen beide Programme im Internet als Livestream (www.swr3.de bzw. www.swr.de/contra) zur Verfügung.

Die Einstellung der Kurzwellenverbreitung erfolgt aus Kostengründen und auch im Hinblick auf neue, zwischenzeitlich eingeführte Verbreitungswege für den Hörfunk wie Satellit und Internet.

Damit endet der über 50-jährige Betrieb von zwei Kurzwellensendern im Südwesten.
Bereits im September 1947 wurde in Mühlacker ein Kurzwellensender in Betrieb genommen. Auf der bis heute genutzten Frequenz 6030 kHz konnte seit 1949 das Tagesprogramm von Radio Stuttgart empfangen werden. Erst war dies nur 10 Stunden am Tag möglich, ab 1951 wurde dann ganztags gesendet. Über die Jahre änderte sich nicht nur das Programm, auch die Sendertechnik und die Antenne wurden ständig verbessert und optimiert. Zuletzt wurde das Programm über eine Antenne, die aus einem Horizontaldipol mit den Senderichtungen Nord und Süd besteht, mit einem 20 kW-Sender abgestrahlt. Der 1947 in Betrieb genommene Kurzwellensender hatte dagegen lediglich eine Ausgangsleistung von 0,8 kW.
Von 1945 bis 1964 erlebte die Kurzwelle im Sendegebiet des ehemaligen SWF wechselvolle Jahre. Mehrfach wurden sowohl die Frequenz als auch der Standort des Senders verändert. Seit 1964 war die Kurzwelle dann am Senderstandort Rohrdorf (Bodenseesender) auf der Frequenz 7265 kHz zu Hause. Die Leistung des Senders erhöhte sich von anfangs 1,5 kW auf heute 20 kW. Neben den dadurch notwendigen Veränderungen am Sender, erfolgten im Laufe der Jahre auch diverse Veränderungen an der Antenne. Das abgestrahlte Programm wechselte seit 1945 auch immer wieder. Während anfangs ein Programm der französischen Militärregierung abgestrahlt wurde, waren später SWF 1, SWF 3 und zuletzt SWR cont.ra zu hören.

Dem entgegen steht die Haltung des Bayerischen Rundfunks:
2) Für alle Kurzwellen-Fans gibt es eine erfreuliche Mitteilung: Der Bayerische Rundfunk schaltet seine Kurzwelle vorerst doch nicht ab. Auf der 6085 kHz im 49-m-Band wird jetzt anstelle der bisherigen Programmzusammenstellung das Programm B5 aktuell (6.00 bis 24.00 Uhr) gesendet.
Ursprünglich war im Zuge von Sparmaßnahmen geplant, die analoge Programmverbreitung über Kurzwelle zum 1. Januar 2003 einzustellen. Um die bisherigen Kosten zu verringern und die Umstellung auf eine digitale Kurzwellenausstrahlung (DRM) vorzubereiten, wird allerdings die Sendeleistung reduziert und die Sendedauer verkürzt.

Hier wird der Kurzwelle - nach der Digitalisierung - jedenfalls eine Chance gegeben.

3) Umstellung auf die digitale DRM-Norm Viele Jahrzehnte hat die analoge Kurzwelle des BR nun ihren Dienst getan. Ab dem 2. Mai 2005 sendet der BR nur noch digital.
In den vergangenen Jahren war sogar die komplette Einstellung der Kurzwelle aufgrund von Sparbemühungen geplant.
Jetzt fiel die Entscheidung zu Gunsten der Kurzwelle, aber sie kommt in neuer Form: Sie wird digitalisiert und damit modernisiert. Die digitale Kurzwelle ist dann in ungewohnt guter Klangqualität zu empfangen - vergleichbar einem UKW-Programm. Die Störungen, die das Lauschen der analogen Kurzwelle stark beeinträchtigten, können ihr jetzt nichts mehr anhaben.
Die Frequenz für die BR-Kurzwelle bleibt die 6085 kHz und auch der bestehende Sender in Ismaning wird weiter verwendet - allerdings erweitert um eine entscheidende Funktionseinheit, den DRM-Modulator. Dabei wird das Programm ganz besonders leistungsstarken Datenreduktionsverfahren (MPEG 4 AAC in Kombination mit SBR) und einem robusten Übertragungsverfahren (COFDM) unterzogen.

Wie empfangen?
Für den Empfang der digitalen BR-Kurzwelle benötigt man künftig ein DRM-Radio. Mit einem alten Kurzwellenradio ist unser Kurzwellenprogramm dann nicht mehr zu empfangen. Obwohl es erst eine kleine und noch (relativ) teure Auswahl an DRM-Empfängern/DRM-Radios gibt, digitalisiert der BR schon jetzt seine Kurzwelle, um den Geräteentwicklern ein brauchbares DRM-Signal seitens der Landesrundfunk-Anstalten anbieten zu können. Zur IFA im September 2005 werden neue und kostengünstigere Geräte auf dem Markt erwartet.
Quelle: Bayerischer Rundfunk

Daten digitale BR-Kurzwelle:
Sender: München-Ismaning
Frequenz: 6085 kHz (49 m-Band)
Übertragungsnorm: DRM -ab 2.Mai 2005
Programm: B5 aktuell
Sendezeiten: 6.00 bis 0.05 Uhr
Antenne: Rundstrahlcharakteristik
Digitale Leistung: 50 kW

3. Auslandsdienste aus den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Schweiz

Radio Schweden

4. Auslandsdienste aus übrigen Ländern mit Programmen in deutscher Sprache

senden vorwiegend in den Morgen- und Abendstunden Programmblöcke ins deutschsprachige Europa. Da es hierbei immer wieder zu Änderungen kommt, ist es unerläßlich, sich über die Aktivitäten der vielen unterschiedlichen Stationen mithilfe diverser Informationsquellen aktuell auf dem Laufenden zu halten.


 

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