Aufgrund der Problematik mit Rissen an der A-Säule meines Basisfahrzeugs war es notwendig, den Aufbau vom Basisfahrzeug zu trennen.
Anmerkung: Bei individuell hergestellten Aufbauten handelt es sich um Einzelstücke. Bevor den hier gegebenen Hinweisen gefolgt wird, ist eine genaue Kontrolle erforderlich auf evtl. Unterschiede zum hier beschriebenen Aufbau.
Eine Trennung eines Gfk-Festaufbaus vom Fahrgestell wird i. W. aus zwei Gründen notwendig:
Vorbemerkung: Aufgrund der Verwendung von 2K-Kleber zwischen Gfk und Blech ist damit zu rechnen, daß der ausgehärtete Kleber beim Entfernen (Abplatzen) Teile des Fahrzeuglacks "mitnimmt", sodaß nach Beendigung der Arbeiten Dach und B-Säule lackiert werden müssen.

Bild 1: Abstand zwischen Stichsägeblatt und Tellerrand der Säge bestimmen.

Bild 2: Um das in Bild 1 bestimmte Maß oberhalb der Regenrinne des Fahrzeugs werden fahrer- und beifahrerseitig Löcher in den Spoiler zwischen Alkoven und Fahrerhaus gebohrt (z. B. 12mm Durchmesser). Anschließend kann mit der Stichsäge, die an der Regenrinne geführt wird, rundum ein Trennschnitt ausgeführt werden.

Bild 3: Vom Trennschnitt ausgegend können die äußere Deckschicht (Gfk), dann der Schaum (z. B. mit Stechbeitel lösen) und dann die innere Gfk-Schicht herausgebrochen werden.

Bild 4: Maß bestimmen von Vorderkante des Überstandes bis zur Frontwand des Koffers

Bild 5: Mittels Kreissäge wird 4...5mm von der Vorderkante des Koffers ein Schnitt angebracht, ebenso um ca. 3mm weniger als das in Bild 4 ermittelte Maß von der Koffervorderkante nach hinten.
Der erste Schnitt dient dazu, die vordere Verkleidungsschicht des Überstandes entfernen zu können.


Bild 6 und 7: Mittels Hammer, Stechbeitel und Meißel wird Schicht um Schicht das Material, das den Spalt zwischen Koffervorderwand und Fahrerhaus verdeckt, entfernt.

Bild 8: Überraschungen sind nicht ausgeschlossen: hier im oberen Teil zu erkennen wurden Reste von einer Tischlerplatte mit "eingearbeitet" (nur beifahrerseitig, fahrerseitig fehlte diese "Beigabe"), unten im Bild erkennbar in Mengen als "Spaltfüller" eingesetzter Körapur-Kleber (dieser konnte nur mittels Elektrofuchsschwanz zertrennt werden und erst nach dem Abheben des Koffers entgültig entfernt werden).

Bild 9: Die innenseitige Abdichtung zwischen Fahrerhaus und Koffer besteht aus einem an die Fahrerhauskontur angepaßten Sperrholzstreifen, der mit Sikaflex eingeklebt wurde. Dieser wird vorerst nur getrennt durch Anbringen mehrerer Bohrungen und Teilen der Abschnitte dazwischen mittels Elektrofuchsschwanz.
Nach dem Abheben des Koffers lassen sich die Überreste bequemer entfernen.

Bild 10: Mit einem 5-to-Stapler und Gabelverlängerung konnte die Kabine so angehoben werden, daß das Fahrgestell drunter rausgefahren werden konnte.
GESCHAFFT!
Um Verformungen am Blech bzw. das Risiko von dessen Beschädigung möglichst gering zu halten ist es ratsam, diese Aktion mittels eines Winkelschleifers mit Topfbürste auszuführen. Lackiert werden muß das Fahrerhaus sowieso.
Zwei Nachmittage sind ein gutes Zeitmaß. Die Flex sollte eine gewisse Dauerbetriebsfestigkeit aufweisen, Billigwerkzeug ist in dieser Hinsicht nur ratsam, wenn kurzfristig Ersatz beschafft oder das defekte Teil umgetauscht werden kann.
Achtung: staubige Angelegenheit!
Dies ist aus zwei Gründen eine "Drecksarbeit": zum einen, weil jede Menge Staub anfällt, zum anderen, weil mit schwerem Gerät (großer Winkelschleifer) oder kleinem Gerät (Exzenterschleifer), bei dem aber kräftig Druck ausgeübt werden muß, nach oben gearbeitet werden muß. Gleichzeitig ist darauf zu achten, die entstehenden "Vernarbungen" im Gfk gering zu halten ...
Fahrerhausseitig hab ich da nicht sehr viel gemacht, da der Reststreifen der ausgeschnittenen Rückwand eh entsorgt wurde und eine komplett neue Rückwand eingebaut wurde.
Kofferseitig hat es sich als einfachste Möglichkeit erwiesen, einen großen Winkelschleifer mit großer Topfbürste auszurüsten, unter dem Eigengewicht an die Kofferwand anzulehnen und einfach entlang der zu entfernenden Reste laufen zu lassen. Die Reste waren sauber entfernt, an der Gfk-Haut waren allenfalls leichte Kratzer (eher eine Mattierung der sonst glänzenden Oberfläche) zu erkennen
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