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Ein wesentlicher Unterschied der 4x4-Modelle des Iveco Daily zu seinen 4x2-Brüdern ist die Steuerkette anstelle des Zahnriemens zur Ventilsteuerung. Die Steuerkette gilt zwar als "unkaputtbar", jedoch ganz ohne Kontrolle und gelegentlicher Wartung geht's auch hier nicht.
Die Grafik zeigt den prinzipiellen Aufbau der Kettensteuerung und stellt die beteiligten Bauteile dar.
(9) oberer Festschuh - (11) unterer Festschuh - (15) Gleitschuh
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Während oberer und unterer Festschuh ein Flattern der Kette verhindern, stellt der Gleitschuh zusammen mit dem Kettenspanner die nötige Spannung der Kette sicher.
Die Gleitschuhe bestehen aus einem Metallträger und einer Kunststoffauflage, die die Reibung mindert und Verschleiß der Kette selbst verhindert, dabei aber ihrerseits abgenutzt wird.
Aufgrund meiner Erfahrungen zu diesem Thema empfehle ich eine Kontrolle spätestens nach 120.000km und - je nach Zustand zu diesem Zeitpunkt - Austausch oder nachfolgende Kontrollen in entsprechend kürzeren Zeiträumen, z. B. alle 30.000km (dazu sind allerdings Demontage von Front und Kühler/Kühlerventilator nötig). Besonders verschleißträchtig scheint dabei der untere Festschuh (11) zu sein.
In den Modellen bis 1989 wird ein manuell nachzustellender Kettenspanner eingebaut, ab Modellwechsel 1990 wird eine automatische Version eingesetzt. Eine "Rückrüstung" auf das alte Modell ist möglich.
... ist sehr einfach: eine kräftige Feder drückt einen Kolben nach vorn, der wiederum den beweglichen Gleitschuh gegen die Kette drückt und damit deren Spannung sicherstellt. Da im Lauf einer Motordrehung aber Nockenwelle und Einspritzpumpe Phasen des Widerstandes und Phasen des leichten Laufes aufweisen, würden sich durch die daraus folgenden abwechselnden Phasen von Kettenspannung und -entspannung Schwingungen der Kette und des Kolbens einstellen, erstere werden durch die Festschuhe, letztere durch eine Rücklaufbegrenzung in Form einer Schraube (7) mit Kontermutter (29), die den Kolbenhub nach hinten begrenzt, verhindert.
Das Spiel zwischen Kette und beweglicher Gleitschiene (3) wird bei der alten Ausführung trocken durch die Stellschraube (2) auf 0.4-0.7 mm (Fühlerlehre) eingestellt, Position mit Kontermutter (1) sichern.
Der Kontrollintervall ist abhängig von der jährlichen Laufleistung:
< 20'000 km --> alle 10'000 km[Informationen zur Einstellung und Wartung dankenswerter Weise von Reto aus Oberiberg (CH)]
> 20'000 km --> alle 20'000 km
in jedem Fall aber jährlich
Probleme verursacht u. a. der folgende "Einstelltip aus der Praxis" [Fa. Niemz]:

Grund: Nach dieser Methode entsteht an der Stelle (A) ein zulässiges Spiel von 0,7 bis über 1mm aufgrund der Tatsache, daß die Einstellschraube (2) bei M8-Gewinde und einer Steigung von 1,25mm bei z. B. einer Dreiviertelumdrehung einen Weg von 0,94mm zurücklegt. Bei einer derartigen Einstellung läßt sich die Kette zwischen dem Nockenwellenzahnrad und dem oberen Ende des beweglichen Gleitschuhs um bis zu 2cm eindrücken.
Da nun der manuelle Kettenspanner offenbar über keine nennenswerte Dämpfungscharakteristik verfügt, kann Kettenflattern mit erhöhtem Verschleiß des unteren Festschuhs bis hin zu losgerüttelten oder gar gebrochenen Befestigungsschrauben die Folge sein (siehe unten: mögliche Probleme).
Interpretiert man den oben zitierten Abschnitt des alten Werkstatthandbuchs streng, so kann das nur bedeuten, daß die Schraube (2) so eingestellt werden muß, daß man eine Fühlblattlehre mit 0,4 ... 0,7mm längs der mit (F) grün gekennzeichneten Strecke zwischen Kette und beweglichem Gleitschuh durchführen können soll. Das resultierende Spiel (A) liegt dann bei ca. 0,1mm, die Kette liegt sehr sauber. (Eine derartig genaue Einstellung läßt sich aber nicht mehr "blind von außen" durchführen, dazu muß dann wirklich der Deckel runter, und das heißt als Voraussetzung: Front, Kühler, Kühlerventilator, ...)
Aus der Beschaffenheit der Teile und der Beschreibung im Werkstatthandbuch ergibt sich die dreiteilige Aufgabenstellung für die Konstruktion:
Bei richtigem Zusammenbau bedarf der automatische Kettenspanner keinerlei Einstellung und Wartung.

Beim automatisch nachstellenden Kettenspanner besteht die Gefahr, daß er möglicherweise vollständig einfahren kann, wenn der im Bild unter Nummer 10 gezeigte Ring verschleißt oder abschert. Das kann schon bei Laufleistungen unter 50.000km passieren. Gefährlich ist das besonders aber bei höheren Laufleistungen, wenn eine gedehnte Kette einen ohnehin weitgehend ausgefahrenen Kettenspanner zur Folge hat, weil dann die Kette springt, wenn durch den defekten Ring nicht dessen Hub nach hinten begrenzt wird.
Folge: kapitaler Motorschaden
... in Arbeit ... (der Text, nicht der Kettenwechsel :-) )
Anmerkung zu Beginn: ich gebe hier Informationen zum Besten, die hilfreich sein können, weil sie die Angaben im Werkstatthandbuch ergänzen. Dies ist also keine vollständige "do-it-yourself - Anleitung" zum Steuerkettenwechsel!
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Zu den nebenstehenden Bildern:
Nr. 1 zeigt einen Festschuh meiner Steuerkettenführung,
Nr. 2 zeigt das gleiche Modell nocheinmal. Wie man leicht sieht, ist Nr. 2 sehr viel verschlissener als Nr. 1.
Wenn man sich die beiden Teile von der Stirnseite her ansieht, zeigt Nr. 2 nicht nur einen sehr viel stärkeren Verschleiß der Kunststoffauflage, sondern ist außerdem verzogen (bei weitem nicht mehr rechtwinklig), nahe der Montagefläche ist sogar das Metall schon sehr weitgehend abgeschliffen.
Jetzt muß man folgendes wissen:
Nr. 1 wurde ab Werk eingebaut und hatte eine Laufleistung von 138.000km
Nr. 2 wurde von einer Iveco-Werkstatt bei diesem km-Stand eingebaut und hatte bei Ausbau in Italien (wegen gebrochener Befestigungsschraube) eine Laufleistung von nur 31.000km.
Angesichts des Zustandes des Teils bei dieser geringen Laufleistung kann es sich nur um eine absolut lausige Werkstatt-Arbeit handeln. Im Werkstatthandbuch steht beschrieben, daß vor dem endgültigen Festziehen der Muttern/Schrauben mittels Fühlblatt-Lehre ein Abstand (Spiel) von 0,5...1mm zwischen Kette und Festschuh sicherzustellen ist.
Hier handelt es sich um einen der absolut geraden Festschuhe, und zwar in diesem Fall um den zwischen Kurbelwelle und Einspritzpumpe (Teil Nr. 11, da verläuft auch die Kette völlig gerade), an dieser Stelle sollte es möglich sein, das Teil parallel zur Kette in definiertem Abstand zu montieren. Wenn der Festschuh so zugerichtet ist wie auf den Bildern, kann er nur total verkantet eingebaut gewesen sein, hier konkret mit Spiel am kurbelwellenseitigen Ende, jedoch mit massivem Druck auf die Kette am einspritzpumpenseitigen Ende. Das darf an sich nicht vorkommen in einer "Fachwerkstatt".
(siehe auch "Probleme des manuellen Kettenspanners")
| Bezeichnung | Teile-Nummer | Preis/Eur, netto |
|---|---|---|
| Steuerkette | 99457167 | 93,10 |
| bewegl. Gleitschuh | 99457143 | 55,13 |
| oberer Festschuh kurz | 7302382 | 10,72 |
| oberer Festschuh lang | 7302381 | 18,07 |
| unterer Festschuh | 7301039 | 36,99 |
| Rad Kurbelwelle | 98420079 | 38,59 |
| Zylinderstift | 10332010 | 0,22 |
| Rad Nockenwelle | 99442762 | 50,82 |
| Rad ESP | 4838611 | 83,32 |
| Korkdichtung | 7301019 | 14,15 |
| Kettenspanner (neue Ausführung) | 4859435 | 334,88 |
| Kettenspanner (alte Ausführung) | 7302418 | 150,30 |
Das alte Modell des Kettenspanners ist im Ersatzteilkatalog als geändert markiert und auf den Nachfolgetyp verwiesen.
Netto-Preise Deutschland Stand 11/2004
Für den 2,5ltr-Motor gelten abweichend unter anderem:
| Bezeichnung | Teile-Nummer |
|---|---|
| Steuerkette | 4836627 |
| bewegl. Gleitschuh | 7301031 |
| Rad Nockenwelle | 7302379 |
| Rad Kurbelwelle | 7302378 BIS MOTOR NR. 1307400 98420485 VOM MOTOR NR. 1307401 |