Farbrichtige Negativscans mit Vuescan
Die folgenden Darstellungen beruhen auf Vuescan Version 7.6.46
In diesem Tutorial werden anhand von Screenshots und Beispielbildern die Arbeitsschritte gezeigt, wie die auf der Seite über Negativfilme beschriebene Arbeitsweise praktisch umgesetzt werden kann.
Dabei wird vorausgesetzt, daß die grundsätzlichen Einstellungen bereits getätigt sind: Scanner-Typ, Scanauflösung, Speicherort, Dateiname, Dateiformat etc.
- Farbabgleich auf "Handbetrieb" einstellen:
Dazu auf der Karteikarte "Color" den Wert "Color Balance" auf "Manual" stellen.
So würde der Scan mit den Negativfilm-Grundeinstellungen aussehen
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- Korrekten Filmtyp einstellen:
Dies geschieht ebenfalls auf der Karteikarte "Color" in den drei Punkten "Negative Vendor" (Hersteller), "Negative Brand" (Markenname); und "Negative Type" (Emulsion, Herstellungslos etc.). Negativfilme haben im Gegensatz zu Dia-Filmen typabhängig sehr unterschiedliche Eigenschaften, die in den Entwicklungslabors durch unterschiedliche Grundeinstellungen der Gerätschaften beim Anfertigen von Abzügen berücksichtigt werden (sollten).
Derselbe Scan nach Wahl des korrekten Filmmaterials
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- Ein Stück unbelichteten Film scannen im Vorschaumodus (Prescan).
Dies kann z. B. der Steg zwischen zwei Aufnahmen sein oder ein Stück vom Filmanfang oder -ende. Anschließend den Markierungsrahmen so einstellen, daß er nur dieses Stück unbelichteten Film erfaßt.
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- Belichtungsstärke des Scanners festlegen:
In der Karteikarte "Input" die Option "lock exposure" anwählen. Damit wird die Stärke der Scanner-Lichtquelle so eingestellt, daß an der "durchsichtigsten Stelle" des Films die lichtempfindlichen Elemente des Scanners gerade nicht übersteuert ("überbelichtet") werden.
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- Filmgrundfarbe ermitteln:
Erneuten Prescan durchführen und in der Karteikarte "Input" die Option "lock film base color" anwählen. Dabei erscheinen auf der Karteikarte "Color" die drei Werte für "Film Base Color Red", "Film Base Color Green" und "Film Base Color Blue".
Die Filmgrundfarbe (Orange-Maske) ist bestimmt
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- Neutral-Abgleich:
(entspricht dem Punkt "Festlegung des Endpunktes" auf der Seite über Negativfilme). Auf dem Film eine Aufnahme finden mit einer Fläche in neutralem Grauton (idealerweise eine Graukarte) bei Mittagssonne oder Blitzlicht (wg. Farbtemperatur des Lichts), Klick mit rechter Maustaste gleicht Farbbalance ab. Dabei verändern sich auf der Karteikarte "Color" die drei Werte für "Neutral Red", "Neutral Green" und "Neutral Blue", dies ist abhängig von der Behandlung des Films (Lagerung, Temperatur, Entwicklungsprozeß).
Neutralabgleich in hellen Weiß- oder Grautönen erfolgt (hier an den kleinen Häusern)
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- Hauptscan durchführen:
Mit diesen Einstellungen alle Bilder des Films (oder die benötigte Auswahl) scannen
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- Nachbearbeitung (?):
Möglicherweise wird der resultierende Scan "flach" aussehen, dies liegt an folgender Tatsache:
Negativ-Film besitzt einen Dichteumfang von 0:2.4 und bildet darauf einen Motiv-Intensitätsbereich von 1:4000 ab, zum Vergleich: Dia-Film besitzt einen Dichteumfang von 0:2.7 und bildet darauf einen Motiv-Intensitätsbereich von nur 1:500 ab (das ist der Grund, warum Dia-Film exakter belichtet werden muß und trotzdem bei großen Kontrasten Zeichnung in Lichtern und Schatten verliert).
Der sehr große erfaßte Motiv-Intensitätsbereich des Negativ-Films wirkt sich in einer flachen Übertragungskurve aus (d. h. geringerer Kontrast). Dem kann durch eine Erhöhung des Kontrastes entgegengewirkt werden, viel besser und gezielter arbeitet man jedoch mit dem Werkzeug "Gradationskurven" in einer ordentlichen Bildbearbeitungssoftware, hier kann man zum Beispiel durch die Anwendung einer "S"-Kurve den Kontrast im Mittenbereich anheben, ohne allzuviel Detailzeichnung im Bereich der Lichter und Schatten zu verlieren.
Das Endergebnis nach Anwendung von Gradationskurve, perspekt. Korrektur, Unscharfmaskierung
Neu ab Version 8.3.xx
- Die Histogramme wurden in ein kleines Fenster unterhalb der Karteikarten-Reiter verlegt.
- Wesentliche Verbesserung: Wählt man im Hauptmenü: Image - Graph Curve, so kann man dort grafisch (oder im Reiter "Color" zahlenmäßig in den Werten "Curve low/Curve high" den Kontrastverlauf steuern, sodaß der vorstehend beschriebene letzte Schritt nunmehr direkt in der Scan-Software erfolgen kann.
Die anderen Schritte und Einstellungen sind die selben wie in der Beschreibung für Version 7.6.46.
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© Bernhard Albicker's private Homepage
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