Ein eigener Abschnitt weiter unten ist dem Weißabgleich gewidmet
| Kriterium | Film (Negativ / Dia) | Digitalkamera |
|---|---|---|
| Auflösung | o | o |
| Rein zahlenmäßig ist ein von einem guten Kleinbildscanner mit 4000dpi erzeugter Scan einer üblichen Digitalkamera noch überlegen (Dez. 2005). Jedoch scheint die nutzbare Detailauflösung bei Scans aufgrund des sog. "grain-aliasing" an eine physikalische Grenze zu stoßen (dabei handelt es sich um eine "Korn-Vergröberung", die durch Interferenz der Kornstruktur mit dem CCD-Rastermaß des Scanners zu Stande kommt). | ||
| Kontrastumfang | + / o | - / o |
| Heutige (12/2005) Digitalkameras (Spiegelreflex) sind in diesem Punkt dem Diafilm ebenbürtig, der Negativfilm hat noch einen Vorsprung um ca. 2 Blenden | ||
| Farbtreue | o | o |
| bei korrekter Handhabung gleichwertig. Das setzt aber sowohl beim Entwickeln/Scannen wie beim Weißabgleich/Fotografieren korrekte Handhabung der Technik voraus. | ||
| Verarbeitungszeit | - | + |
| Bei der Digitalfotografie stehen die Aufnahmen quasi sofort zur Verfügung | ||
| Archivierung (Handhabung) | - | + |
| Deutlich einfachere Katalogisierung und erheblich schnellerer Zugriff auf die Dateien bei der Digitalfotografie | ||
| Archiv-Festigkeit | + | -- |
| Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie sie in 20 Jahren Ihre heute erzeugten Dateien lesen wollen? Sie sind auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, Ihr gesamtes Archiv alle paar Jahre auf den jeweils aktuellen Datenträger im jeweils aktuellen Dateiformat zu kopieren, anderenfalls haben Sie wenig später ein Problem. (Das ist bereits heute ein großes Thema für z. B. Bibliotheken etc.) Wenn Sie Daten auf selbst gebrannte CDs/DVDs speichern sollten, dann lagern Sie diese sorgfältig: Raumtemperatur, keine Licht- und Wärmeeinwirkung (Für gebrannte Datenträger gelten NICHT die propagierten Lebensdauern für industriell (mechanisch gepreßte) Datenträger!!)[com! Ausgabe 1/2006]. In diesem Zusammenhang kann ein belichteter Film als leicht zu kontrollierendes Backup-Medium gelten!! (Dann ist zumindest das Motiv noch da, einscannen kann man ja immer wieder, wenn's nötig ist. Ist die Datei aber das Original, dann ist Datenverlust gleichbedeutend mit Totalverlust). |
||
| Investitionssicherheit | + | -- |
| mit den Digitalkameras zieht die Wegwerfmentalität der Computerbranche in die Fotobranche ein, und wenn heute der Hersteller X beschließt, keine Speicherkarten vom Format Y mehr herzustellen, dann werfen Sie ggf. eine Fotoausrüstung für ein paar tausend Euro weg (Speicherkarten haben eine begrenzte Anzahl Lese-/Schreibzyklen!). | ||
Ich habe für mich jedenfalls entschieden: solange ich Filme kaufen kann, bleib ich bei dem, was ich habe (auch, wenn's mehr Aufwand macht).
Der eine oder andere wird sich bei der Lektüre des Kapitels "Automatik" und des Tutorials zum Negativscannen gefragt haben, ob denn "der ganzen Einstellerei" mit der Benutzung einer Digitalkamera nicht elegant aus dem Weg gegangen werden könnte. Daß dem nicht so ist, soll mit den nächsten beiden Beispielaufnahmen gezeigt werden:
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| Weißabgleich: Sonnenbestrahlte Referenzkarte | Weißabgleich: Referenzkarte im Schatten |
Zur Situation:
es handelt sich um eine Szenerie, die bei Sonnenstand knapp über dem Horizont in der Camargue/Frankreich aufgenommen wurde.
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| Weißabgleich: Referenzkarte im Schatten, Filter 82C |
Das Beispiel zeigt, daß farbtreue Wiedergabe auch mit einer Digitalkamera nicht "von selbst" zustande kommt und etliches an Aufwand bei der Aufnahme - und auch an Erfahrung - erfordert.
© Bernhard Albicker's private Homepage
http://privat.albicker.org
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